"copy and paste"
01 / 02 | aquarell | title "copy and paste - 13" | 47,5 x 35,5 cm | 432 pixel | 2013 02 / 02 | aquarell | title "copy and paste - 28" | 62,5 x 52,5 cm | 192 pixel | 2014

aquarell | title "copy and paste - 39" | 59,5 x 42 cm | 408 pixel | 2014

aquarell | title "copy and paste - 24" | 62 x 43,5 cm | 408 pixel | 2013

01 / 06 | aquarell | title "copy and paste - 07" | 33 x 25,5 cm | 221 pixel | 2013 02 / 06 | aquarell | title "copy and paste - 31" | 33,5 x 26 cm | 154 pixel | 2014 03 / 06 | aquarell | title "copy and paste - 30" | 33,5 x 26 cm | 130 pixel | 2014 04 / 06 | aquarell | title "copy and paste - 29" | 33,5 x 25 cm | 108 pixel | 2014 05 / 06 | aquarell | title "copy and paste - 32" | 34 x 28 cm | 99 pixel | 2014 06 / 06 | aquarell | title "copy and paste - 33" | 34 x 26,5 cm | 63 pixel | 2014

01 / 02 | aquarell | title "copy and paste - 26" | 59,5 x 47 cm | 456 pixel | 2014 02 / 02 | aquarell | title "copy and paste - 27" | 45 x 36 cm | 180 pixel | 2014

aquarell | title "copy and paste - 41" | 51 x 41 cm | 208 pixel | 2014

aquarell | title "copy and paste - 35" | 52 x 41,5 cm | 357 pixel | 2014

aquarell | title "copy and paste - 42" | 57 x 45,5 cm | 546 pixel | 2015

aquarell | title "copy and paste - 36" | 50,5 x 41,5 cm | 480 pixel | 2014

about
Die Reproduktionstechnik löst das Reproduzierte aus dem Bereich der Tradition ab. Walter Benjamin

Vordergründig geht es bei seinen Aquarellen um die handwerkliche Nachahmung digitaler Bildrasterung. Letztere erfüllt die Aufgabe der möglichst genauen Abbildung des physischen Bildes mit Hilfe moderner Informationstechnologie. Erstere beabsichtigt im Umkehrverfahren ihr genaues Gegenteil, die Abstraktion bis zur Unanschaulichkeit. Mit dem Ziel, den Wahrnehmungsprozess erfahrbar zu machen. Das hat man hinreichend oft gesehen, in den phänomenorientierten physikalisch-technischen Erlebnismuseen, ebenso in den einschlägigen Gestaltungslehrbüchern. Falsche Fährte.

Änderungen der Perspektive schärfen die Wahrnehmung. Jedoch nur, wenn man auch wahrnimmt. Wenn als Aufgabe des Malens nicht zwingend die Darstellung von Gegenständen gedacht wird, kann Neuland gewonnen werden. In unserem Beispiel hier werden quasi rekursiv die Darstellungsmethoden selbst zum Ziel der Darstellung. Als eine Art kreative Umwidmung der ursprünglichen Bestimmung. Die Begeisterung am neu Entdeckten bringt dann die ursprünglichen Premissen nach und nach in Vergessenheit. Und das ist auch gut so. Wenn es gut so gut gemacht wird.

Die unschuldige Lust am Zertrümmern in Kombination mit der nur scheinbar unverdächtigen Malen-Nach-Zahlen-Attitüde führt bei der hier angewandten ernsthaften Hingabe schnell an die Grenze des Unbekannten. Das handwerklich Erreichbare wird dazu beherzt durchdekliniert. Die Aura der Echtheit, die Wiederaufwertung der Massenreproduzierbarkeit durch Einzelanfertigung ist die tragende Grundlage der Malweise. Spuren werden vermieden, jedoch nicht völlig ausgeschaltet. So unaufdringlich vermittelt wie hier gibt es das nur selten zu sehen.

Grundlegend für die Wahrnehmung ist das Unterscheiden und das Wiedererkennen von Mustern im Unterscheidbaren. Das ist jedoch zugleich auch derart dominant, dass man sich seiner Mechanik kaum entziehen kann. Für den tieferen Zugang zu Saschas Bildern ist allerdings entscheidend, sich davon nicht in die Irre führen zu lassen. Denn es stellt sich heraus: Das Motiv hat nicht den höchsten Stellenwert, trägt nicht den entscheidenden Verständniskeim. Bild, Fotographie, Gegenstand dienen lediglich als Folie, als Ausgangsmaterial. Das will gut gewählt sein, nicht jedes Motiv ist gleichfalls geeignet. Raster und Farbe dienen nicht als Mittel des Bildes. Es verhält sich umgekehrt: Das Bild ist Gegenstand für die Ordnung von Raster und Farbe in den Grenzen ihrer handwerklichen Produzierbarkeit.

Erreicht wird damit dann nicht, das Unbekanntes auf Bekanntes innerhalb eines gleichbleibenden Rahmens zurückgeführt wird. Es handelt sich tatsächlich um Übersetzung. Unbekanntes der einen Welt wird in Bekanntes einer anderen übersetzt - und umgekehrt.

Die in diesen Aquarellen angewandte Übersetzungsmethodik sorgt sich demnach nicht um ein verbessertes Verständnis der Begriffspaare digital/analog und abstrakt/konkret. Deutlicher spielen sie mit der Nachvollziehbarkeit der Möglichkeiten und Grenzen der Perzeption eines Kunstwerkes in Bezug auf die Bedingungen seiner Herstellung.

In der Folge steht im Vordergrund nicht das Ergebnis, sondern der Weg. Nicht Pinseldynamik, sondern Dynamik von Farbe und Raster. Nicht Zustand, sondern Prozess. Sowohl als einzelnes Werk, als auch in Serie - wobei sich die mit der Analogisierung einhergehende veränderten Sehgewohnheit Entschleunigung der digitalen Bilderzeugung umso eindrücklicher in den Serien darstellt.

Rainer Dehmann 2013